Wissenswertes

Was bedeuten die Zahlen 1.0, 0.1, 0.0.1 bei Reptilien

1.0 = männliches Tier
0.1 = weibliches Tier
0.0.1 = Tier unbestimmten Geschlechts

Die Höhe der Zahlen gibt die Anzahl der Tiere an.

Die Position der Zahlen gibt das Geschlecht an.

Bsp.: 1.2.12 Python regius

1 männlicher Python regius
2 weibliche Python regius
12 Python regius, deren Geschlecht unbestimmt ist

Was und wieviel soll ich meinen Kornnattern füttern?

Was bedeutet dieser Begriff? Fachwörterbuch von A - Z

A
 
Abdomina: Bauchschilder
Abzess: mit Eiter gefüllter Hohlraum, der durch Einschmelzung von Gewebe entstanden ist
Adaption: Anpassung
adult: geschlechtsreif, erwachsen
Aestivation: Sommerruhe, Trockenschlaf
Afterschild: s. Analschild
Aftersporn: krallenähnl. Gebilde beidseitig des Afters; rudimentäre Reste der Hinterbeine einiger urspründlicher Schlangenfamilien
aglyth: ungefurchte, kanallose Zähne
akarizid: gegen Zecken und Milben wirksam
Akinese: Sich-Totstellen (Form des Abwehrverhaltens)
akrodont: mit dem Kiefer fest verbundene Zähne
Albinismus: erbliche Stoffwech- selstörung, die zu fehlender Farbstoffbildung führt; hellhäutig, weiß
Albumin: Eiweißart
Allantois: embryonaler Harnsack
alternierend: gegenseitig
Amnion: den Keimling schützende Emryonalhülle; Schafhaut; nur bei Reptilien, Vögeln und Säugern
Amnionalhöhle: der vom Amnium umhüllte Hohlraum, in der der Embryo liegt
Amphigonia retarda: verzögerte Befruchtung; Möglichkeit bei weibl. Individuen Samenzellen über einen längeren Zeitraum im Körper lebensfähig zu speichern
Analblase: wasseraufnehmendes Organ der Schildkröten
Anale: After
Analschild: das die Kloake (After) bedeckende geteilte oder ungeteilte Schild
analwärts: zum After hin
Anamnese: Aufnahme des Vorberichts und der Krankengeschichte
Androgene: männl. Sexualhormone, z.B. Testosteron, die in den Hoden bzw. in den Nebennieren gebildet werden
anthrogen: vom Menschen geschaffen bzw. von ihm beeinflußt
Anorexie: Nahrungsverweigerung
Antibiose: Behandlung mit Antibiotika
Antibiotikum: Medikament gegen Bakterien
antimikrobiell: gegen Mikroorganismen
Antimykotikum: Medikament gegen Pilze
antiseptikum: Medikament gegen Mikroorganismen
Antivenin: Gegengift, Serum
Anus: After
Apicale: s. Rostale
aplazentale Viviparie: Entwicklung im mütterl. Körper und Ernährung des Embryos über Eidotter und mütterl. Energievorräte ohne Mithilfe einer Plazenta. Geburt des Fötus außerhalb des mütterl. Körpers.
aposematisches Verhalten: Signal, Warnverhalten
Appöikation: Verabreichen (von Medikamenten)
aquatil: im Wasser lebend oder das Wasser sehr häufig aufsuchend
Arboreal: Gesamtheit aller Land- schaftstypen, die Bäume betreffend
arborikol: auf Büschen oder Bäumen lebend
Areal: Siedlungs-/Verbreitungsgebiet
Areole: Zentrum einer Schuppe des Carapax (Schildkröte)
arid: trocken, niederschlagsarm
Arterie: Blutgefäß, das das mit Sauerstoff angereicherte Blut vom Herzen wegführt
arteriell: auf Schlagader bezogenes Blut
Arthritis: Gelenkentzündung
Arthropoden: Gliederfüßler (Insekten, Spinnentiere, Krebstiere)
Atrium: Vorkammer des Herzens
Auskultation: Untersuchung mit dem Stethoskop
Autoinfektion: Infektion ohne Einschaltung eines Zwischenwirtes oder freilebender Stadien
autuchton: bodenständig, von Natur aus vorkommend
Autopsie: Leichenschau/-öffnung
Autotomie: Fähigkeit abgeworfene Körperteile zu regenerieren (Form des Schutzverhaltens)
Avitaminose: Vitaminmangel
azyklisch: ohne zyklen
 
B
 
bakteriostatisch: Bakterienwachstum wird verlangsamt
bakterizid: bakterientötend
Bastard: Kreuzungsprodukt von zwei verschiedenen Rassen, Unterarten, Arten oder Gattungen
biannuell: zweimal im Jahr
Biotop: gemeinschaftl.  Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten
bipedal: auf zwei Füßen
Boreal: kalt gemäßigte Klimazone mit kühlen, feuchten Sommern und kalten Wintern
Bradykardie: Verlangsamung der Herzfrequenz
Brille: Bezeichnung für die bei Schlangen zusammengewachsenen Augenlider
 
 
C
 
Carapax: Rückenpanzer der Schildkröte
carnivor: fleischfressend
caudal: schwanzwärts; am Schwanz; den Schwanz betreffend
Checkliste: Auflistung aller nachgewiesener Arten in einem definierten Gebiet
Chemorezeptoren: Sinneszellen, die auf chemische Reize antworten
Choroin: äußere Wandschicht des Amnion
Ciliarschuppen: Lidschuppen
circadian: Tagesrhythmus
circannuell: Jahrerhythmus
Collare: Halsband
Colon: Hauptabschnitt des Dickdarms
combat dance: engl. Kommentkampf
cranial: schädelseitig; zum Kopf hin; nach vorn
cranio-caudal: vom Kopf Richtung Schwanz
Crepitaculum: Schwanzrassel der Klapperschlange
Cryptodira: Bezeichnung einer Schilskrötengruppe; die Tiere sind in der Lage Kopf- und Halswirbel in den Panzer zurückzuziehen
Cystotomie: chirurgische Eröffnung der Analblase
 
D
 
Darmmykose: Pilzerkrankung des Darmes
defibrinieren: entfernen des Fibrin aus dem Blut
dehydrieren: Wasser entziehen; austrocknen
Dermaromykose: Hautpilzerkrankung
Dichromatismus: unterschiedl. Färbung der Geschlechter
disjunkt: Teilareal, das von dem übrigen Verbreitungsareal einer Art räumlich getrennt ist
diurnal: am Tage
divergierend: entwicklungsgeschichtlich, auseinanderstrebend
dorsal: am Rücken, auf der Oberseite
Dorsalia: Rückenschuppen
dorsolateral: oben-seitlich; auf den Rückenseiten gelegen
dorso-ventral: vom Rücken zum Bauch
Ductus deferens: Samenleiter, Ausführungsgang
Duvernoysche Drüse: Parotide; bei verschiedenen Nattern veränderte Oberlippendrüse, über die ein toxisches Sekret abgesondert wird
 
E
 
Ecdysis: Häutung
Eiretention: s. Retention
Ektoparasit: Parasit, der an der Körperoberfläche eines Organismus schmarotzt
endemisch: Bezeichnung für Taxa, die nur in einem natürlich abgegrenzten Gebiet vorkommen
endogäisch: im Boden lebend
endogen: innerhalb eines Körpers
Endoparasit: Parasit, der im Körper eines Organismus schmarotzt
endotherm: warmblütig
Enzym: Ferment; hochmolekularer Eiweißkörper
ephemer: kurzfristig
Epidermis: Oberhaut; oberste Hautschicht mehrzelliger Tiere
Epididymis: Nebenhoden
epigäisch: auf dem Boden lebend
Epiphyten: Aufsitzpflanzen; Pflanzen, die auf anderen lebenden Pflanzen siedeln ohne zu parasitieren
Ethologie: Verhaltenslehre; dient der Erforschung des Verhaltens bei Tier und Mensch
euryök: nicht an bestimmte Umweltverhältnisse gebunden; sehr anpassungsfähig, daher meist sehr weit verbreitet
Evolution: Entwicklung; fortschreitender Prozeß, in dessen Verlauf ständig neue Qualitäten entstehen (geologisch, botanisch und faunistisch)
Exkremente: tierische Ausscheidungen; Kot
exogen: außerhalb eines Körpers
Exsikkose: Austrocknung, Dehydration
extrauterin: außerhalb der Gebärmutter vorkommend
 
F
 
fakultativ: nach Belieben
Familie: systematische Kategorie direkt oberhalb der Gattung; der Familienname wird durch das Anhängen der Endung -idae gekennzeichnet; z.B. Colubridae
Femoralporen: Hautdrüsen bei Echsen auf der Innenseite der Oberschenkel; während der Paarungszeit bei den Männchen besonders deutlich ausgeprägt
fertil: fruchtbar
Fertilität: Fruchtbarkeit
Fibrin: Blutfaserstoff
Flankenbiss: typischer Haltebiss von Echsen bei der Paarung, wobei sich das Männchen in die Flanke vor den Hinterbeinen des Weibchens verbeisst
Follikel: Eierstockbläschen
Fötus: Embryo
Fraktur: Knochenbruch
Frontale: Stirnschild; vergrößerte Schuppe auf der Koptoberseite
 
G
 
Gangrän: brandiges Geschwür
Garigue: Zwergstrauchgesellschaft auf flachgrundigen, steinigen Böden, Felsen, mit Zwiebel-, Knollen- und Rhizompflanzen sowie einjährigen Kräutern, weniger geschlossen als die Macchie
Gattung: systematische Kategorie, in der mehrere nahe verwandte Arten zusammengefasst werden
Gen: genetische Einheit, die Teilinformationen zur Bildung eines spezifischen Merkmals besitzt
Genese: Entwicklung, Erzeugung; Entstehung
genetisch: erblich festgelegt
GL: Gesamtlänge
Geomorphologie: Wissenschaft von der Erdgestaltung
Gesamtlänge: Maß für die Körperlänge von der Schnauzen- bis zur Schwanzspitze
Gesamtverbreitungsgebiet: Verbreitungsgebiet einer Art; Artareal
Geschlechtsdimorphismus: unterschiedl. Aussehen zwischen männlichen und weiblichen Individuen in sekundären Geschlechtsmerkmalen
Geschlechtsfixierung: Geschlechtsentwicklung ohne geschlechtsbildende Chromosomen
Gicht: Ablagerung von harnsauren Salzen (Uraten) in Geweben
Gewölle: Ballen aus unverdaulichen Nahrungsbestandteilen, die ausgewürgt werden
Gonaden: drüsenähnliche Organe, in welchen die Geschlechtszellen gebildet werden
Gondwana: Gondwanaland; riesiger Südkontinent des Erdaltertums, bestehend aus Südamerika, Südafrika, Australien, Vorderindien und Antarktica und infolge der Kontinentalverschiebung und Abbrüche in den Indischen Ozean seit dem Perm zerfällt
granulär: körnig
gravid: trächtig
Gravidität: Zeit der Trächtigkeit, von der Befruchtung bis zum Eintritt der Geburt oder Eianlage
Graviditätsfärbung: von der Normalfärbung abweichende Färbung trächtiger Weibchen
Greifschwanz: bei einigen baumbewohnenden Arten ein zum Festhalten umgebildeter Schwanz, eine Anpassung an den Lebensraum
Grubenorgan: s. Lorealgrube
gular: zur Kehle gehörig
Gularia: Kehlschilder 
 
H
 
Habitat: Wohnung; Wohn- und Standort einer Art
Habitus: die äußere Gestalt
Halophyten: salzliebende Pflanzen, besonders an der Küste zu finden
Halsband: ausgeprägte Schuppenreihe, die quer verlaufend Kehl- und Halsschuppenbereich trennt; Halsband-Eidechsen (Laceridae)
Hämoglobin: Blutfarbstoff (der roten Blutkörperchen)
Hämolyse: Austritt des Hämoglobins bei Zerstörung der Zellmembran; Zerfall der Roten Blutkörperchen
hämolytisch: blutauflösend
hämorrhagisch: Austreten von Blut aus einem Blutgefäss
hämatoxisch: Blut zersetzendes Gift
Hauttoxin: Hautgift
Hemiclitoris: paariges Geschlechtsorgan bei Weibchen der Echsen und Schlangen
Hemipenis: Begattungsorgan männl. Squamaten; paariges Geschlechtsorgan bei Männchen der Echsen und Schlangen
Hepatopathie: Lebererkrankung
herbivor: pflanzenfressend
Herpetofauna: Gesamtheit aller Amphibien- und Reptilienarten eines Gebietes
Herpetologie: Lehre von den Amphibien und Reptilien
Hertz: Maßeinheit für die Stärke von Schallwellen
heterogen: ungleichartig, verschieden
Hibernation: Überwinterung; Winterschlaf, Winterruhe
Histologie: Gewebelehre
Homochromie: Umgebungstracht; durch Färbung an die Umgebung angepasst und dadurch geschützt
homoiotherm: Warmblüter (Vögel und Säugetiere); Organismen, die ihre Körpertemperatur trotz wechselnder Außentemperatur konstant halten können
humid: feucht, niederschlagsreich
Hybrid: s. Bastard
Hybridisierung: Bastardisierung, Kreuzen zweier Arten oder Unterarten
hygrophil: wasserliebend; im feuchten Milieu lebend
Hypophyse: Gehirnanhangdrüse der Wirbeltiere
Hypoxie: Sauerstoffmangel
 
 I
 
I.E.: internat. Einheiten, Maßeinheit für Vitamine, Hormone etc.
i.m. (intramuskulär): innerhalb des Muskels
i.v. (intravenös): in eine Vene
imbrikate Beschuppung: dachziegelartige, sich an den Hinterrändern überlappende Schuppen
in vivo: im lebendigen Zustand
induzieren: verursachen
Infralabialia: Unterlippenschilder; Sublabialia
Inframaxillaria: Kinnschilder; Submaxillaria
Ingualfalte: querliegende Hautfalte in der Leistengegend
Inkubation: Erbrüten von Eiern unter kontrollierten Bedingungen
Inkubationszeit: Entwicklungszeit der Eier von der Ablage bis zum Schlupf
Inkubator: Brutschrank; Behälter zum Inkubieren der Eier mit regelbarer Temperatur und Luftfeuchtigkeit und ausreichender Luftzirkulation
Inselform: auf Inseln beschränkte Arten, mit oft abweichenden Merkmalen von den Festlandformen
Insemination: Befruchtung
Integradationszone: Überlappungsbereich zweier Unterarten, die sich miteinander Fortpflanzen und somit Bastarde bilden
Intercalaria: kleinere, granuläre Schuppen, die sich zwischen den Reihen großer Wirtelschuppen am Schwanz befinden
intermediär: dazwischenliegend
Internasalia: zwischen den Nasenlöchern auf der Kopfoberseite liegende Schuppen
interspezifisch: zwischen unterschiedlichen Arten
interuterin: innerhalb des mütterlichen Uterus
Intoxination: Vergiftung
Intragenerisch: verwandtschaftl. Beziehung zwischen Arten innerhalb einer Gattung 
intraspezifisch: innerhalb einer Art
intrauterin: innerhalb der Gebärmutter
intravasal: in ein Blutgefäß
Invertebraten: wirbellose Tiere
Inzucht: Fortpflanzung zwischen verwandten Individuen
Iris: Regenbogenhaut des Auges
 
 
J
 
Jacobsonsches Organ: paariges Geruchssinnesorgan im Mundhöhlendach
Juvenes: Jungtiere
juvenil: jugendlich, noch nicht geschlechtsreif
 
 
K
 
Kachexie: starke Abmagerung
kallöse Drüsen: in Gruppen angeordnete Drüsen auf der Bauchseite und/oder vor der Kloakenöffnung
Kannibalismus: spezielle Form der Ernährung durch Auffressen von Artgenossen
Katalepsie: Bewegungslosigkeit; vorübergehende Starre
Kategorie: systematische Rangstufe eines Taxon; taxonomische Kategorie
kaudal: zum Schwanz hin, nach hinten
Keratopharie: fressen der eigenen oder einer fremden, abgestoßenen Haut
kg KM: Kilogramm Körpergewicht
Kinetik: Beweglichkeit
Klassifikation: Einordnung in die Systematik
Kloake: Endabschnitt des Darmkanals, in den die Ausführungsgänge der Genital- und Exkretionsorgane einmünden
Kommentkampf: ritueller Kampf ohne Beschädigung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Tieren
konfluierend: zusammenfließend
Konglomerat: Gemisch verschiedener Stoffe
konspezifisch: der selben Art angehörend
Konstriktion: Umschlingen der Beute mit dem Ziel zu töten
konvulsiv: wellenartige, kontrahierend-zuckende Bewegungen
Kopf-Rumpf-Länge: Maß für die Körperlänge von der Schnauzenspitze bis zum After
Kopulation: Kopula; Begattung; Paarung
KRL: Kopf-Rumpf-Länge (Schnauzenspitze bis Kloakenspalt)
kryptisch: anpassen an die Umgebung durch Färbung oder Gestalt
 
L
 
Labialgrube: Vertiefungen in den Ober- und Unterlippenschildern verschiedener Riesenschlangen, die als Temperatursinnesorgane dienen
lateral: seitlich; an der Seite
Legenot: durch Krankheit oder äußere Umstände bedingte Unfähigkeit reife Eier abzusetzen
Letaltemperatur: Temperatur, die für den Organismus tödlich ist
Letisimulation: s. Akinese
Leukozyten: Weiße Blutkörperchen
Lipoide: fettähnliche organische Substanzen
Lokomotion: Fortbewegung; Bewegung
Loreale: Zügelschild; eine oder mehrere kleine Schuppen zwischen Nasale und Praeoculare
Lorealgrube: auffällige Vertiefungen zwischen Nase und Auge bei den Grubenottern, das als Temperatursinnesorgan dient und Temperaturunterschiede bis zu 0,003°C wahrnimmt
 
M
 
Macchie: mediterraner Buschwald aus vorwiegend immergrünen im allgemeinen bis zwei Meter hohen Sträuchern in feuchteren Gebieten z.B. der Wolkenstufe der Küstengebirge; mit zunehmender Trockenheit Übergangsformen zur Garique bildend; oft sekundär durch Waldverwüstung entstanden
Marginalia: Schilder am Rand des Carapax
Maturität: Geschlechtsreife
Maxillare: Oberkieferschild
medial: zur Mitte hin gelegen
median: in der Mitte verlaufend
mediodorsal: in der Mitte des Rückens
Melanismus: Schwarzfärbung; Einlagerung von schwarzen Pigmenten (Melanin)
Mentale: Kinnschild
Metamorphose: Gestaltwandel; Periode der Umwandlung einer Larve zum adulten Stadium
Metaplasie: Umwandlung in minderwertiges Gewebe
Migration: Wanderung; jahreszeitliche oder durch Fortpflanzung bedingte Wanderung
Mimese: Schutzanpassung; Tarntracht
Mimikry: s. Mimese
monophyletisch: von einer Stammform abstammend
monotypisch: nur eine; z.B. monotypische Gattung bedeutet, daß diese nur eine Art hat
monozyklisch: nur eine Fortpflanzung im Jahr
Morphen: unterschiedl. gefärbte Exemplare innerhalb eines Taxon
Mortalität: artspezif. Sterblichkeitsrate
Mortalitätsrate: Sterblichkeitsrate
Muskelrelaxans: Medikament, das zur Muskelenspannung führt
Mykose: Pilzerkrankung
 
N
 
Nackenbiss: Paarungsbiss, wobei das Männchen sich hinter dem Kopf in der Nackenregion des Weibchens verbeißt
nasal: zur Nase gehörig
Nasale: Nasenschild
Nekrose: Gewebezerstörung; abgestorbene Gewebezellen
Neoplasie: Tumor, Geschwulst, Neubildung
neotropis: 'Neue Welt' erstreckt sich von Mexiko bis Argentinen einschließlich der Antillen
Nervus trigeminus: 5. Hirnnerv der Vertebraten (Wirbeltiere)
neurotoxisch: auf das Nervensystem wirkende Gifte
niedere Amnioten: die Reptilien innerh. der obersten Wirbltierklasse; s.auch Amnioten
NN: Normalnull
nocturn: nächtlich
Nomenklatur: Lehre von der Namengebung, Teil der Systematik
nomen substitutum: Ersatzname
Nominatform: die Unterart, die namentlich mit dem Artnamen identisch ist
nuchal: zum Nacken gehörig
 
O
 
Oberlippenschilder: Supralabilia
obligatorisch: unbedingt
Oculare: bei einigen urtümlichen Schlangen das Auge bedeckende Schuppe
Ödem: Wasser- oder Sekretansammlung in der Haut oder in Schleimhäuten
Ökologie: Lehre von den Beziehungen der Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt
Ökotypen: Rassen einer Art, die unterschiedl. Standorten angepaßt sind
olfaktorisch: geruchlich, mit Hilfe des Geruchssinns
Omnivoren: Allesfresser
Ontogenese: Entwicklung eines Lebewesens
Oophagie: Eierfressen
Ophiophagie: sich von Schlangen ernähren
opistoglyth: gefurchte Giftzähne, die hinten im Oberkiefer sitzen (Trugnattern)
opportunistische Infektion: Infektion, die nur nach einer Vorschädigung oder einer Schwächung des Immunsystems auftritt
oral: den Mund betreffend
Orbitalbereich: zur Augenregion gehörend
Osteodermen: Hautknochen; Verknöcherung der Haut bei vielen Amphibien und Reptilien z.B. Panzerbildung bei Schildkröten und Krokodilen
Östrogene: Sexualhormone
Oued: Wadi; ausgetrocknetes Flussbett, das nur nach heftigen Regenfällen kurzzeitig Wasser führt
Ovarium: Eierstock
Ovidukt: Eileiter
ovipar: eierlegend; die Ablage  der Eier erfolgt in einem frühen Stadium der Embryonalentwicklung und die weitere Entwicklung der Eier erfolgt außerhalb des Muttertieres
Ovogenese: Entstehung der Eizellen
ovopar: eierlegend
ovovivipar: die Eier bis zur Schlupfreife im Mutterleib bewahrend; die Jungtiere schlüpfen zum Zeitpunkt der Geburt aus den Eiern
Ovoviviparie: spezifische Form der Viviparie; die Eier werden in einem fortgeschrittenen Stadium abgesetzt, oftmals erfolgt der Schlupf noch während der Eiablage oder unmittelbar danach
Ovulation: Eisprung; ausstoßen eines reifen, befruchtungsfähigen Eies
Oxytocin: Hormon, welches die Eiablage, bzw. die Geburt einleitet
Ozellen: Augenflecke; Form der Körpermusterung
 
P
 
Pangäa: vermuteter, riesiger Urkontinent, der bis zum Mesozoikum bestanden haben soll; durch Auseinanderbrechen in zwei Teile entstanden einerseits Amerika und Eurasien, andererseits Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien und Indien
Pankreas: Bauchspeicheldrüse
paramedian: seitlich von der Mittellinie
Parameter: veränderliche Messgröße
Parästhesie: anomale Körperempfindungen (z.B. Kribbeln, Taubsein der Haut, Einschlafen der Glieder) bei teilweiser Schädigung sensibler Nervenbahnen
Parietalia: Scheitelschilder; große, meist paarige Schilder auf der Kopfoberseite hinter dem Frontale
Parietalstrich: feine Linie zwischen den Scheitelschildern Frontale
Parthenogenese: Jungfernzeugung; Fortpflanzung ohne Männchen
pathologisch: krankhaft
perennierend: Systeme, z.B. Gewässer, die über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben
Pheromone: Lockstoffe; sie dienen Individuen einer Art
Pholidosis: Beschuppung; wichtige Bestimmungshilfe für den Systematiker
Photoperiode: Wechsel zwischen einer Lichtphase und einer Dunkelphase
Physiologie: Stoffwechsellehre
physiologisch: den normalen gesunden Verhältnissen entsprechend
phytophag: pflanzenfressend
Plastron: Bauchpanzer der Schildkröten
Plazenta: Mutterkuchen, Fruchtkuchen, Grundlage der Embryoernährung
plazentale Viviparie: Entwicklung und Ernährung des Fötus durch den mütterlichen Körper über eine Plazenta oder plazentaähnliches Organ
Pleurodira: Halswender; Begriff für alle Schildkrötenarten, die Kopf und Hals seitwärts unter den Vorderteil des Carapax/Plastron- panzers legen können
pleurodont: Zähne sitzen seitlich am Kiefer
Pneumonie: Lungenentzündung
p.o.: per os, oral, ins Maul geben
poikilotherm: wechselwarme Tiere; Organismen, die ihre Körpertemperatur nicht oder nur wenig bei wechselnder Außentemperatur konstant halten können
Polymorphismus: Verschiedengestaltigkeit der Individuen einer Art
polytypische Art: eine Art, die in mehrere Unterarten gegliedert ist
polyzyklisch: mehrere Fortpflanzungsperioden im Laufe eines Jahres
Population: alle Individuen einer Art in einem bestimmten Gebiet, die eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden
Postanaldrüse: an der Afterregion befindliche Drüse, die ein meist übelriechendes Sekret absondert; dient der Abwehr von Feinden
Postanalschuppen: hinter dem Kloakenspalt befindliche Schuppen
post mortem: nach dem Tode
Postocularband: Postocularstreifen; Zeichnung (meist als Längsband), die unmittelbar hinter dem Auge beginnt
Postocularia: Hinteraugenschilder; den hinteren Augenrand berührende Schuppen
potentielle Verdunstung: maximale mögliche Verdunstung unter den gegebenen klimatischen Bedingungen
Präanalporen: seitlich am Kloakenspalt befindliche, vergrößerte Drüsen, die bei vielen Arten eine wichtige Rolle bei der Geschlechtserkennung spielen
Präanofemoralporen: Gesamtheit der Präanal- und Femoralporen
Prädator: Räuber, Freßfeind
Prädisposition: besonders ausgeprägte Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten
Präfrontalia: vordere Stirnschilder; zwischen Frontale und Internasalia gelegene, vergrößerte Schuppen
Prämaxillare: Zwischenkieferbein; vor dem Maxillare liegender Knochen des Kopfskeletts
Präocularia: Vorderaugenschilder; den vorderen Augenrand berührende Schuppen
Primärlebensraum: ursprünglicher, vom Menschen unbeeinflusster Lebensraum
prolabieren: austreten des Enddarmes
Prolaps: Darmvorfall
prophylaktisch: vorbeugend, ohne daß bereits Krankheitssymptome erkennbar sind
Prophylaxe: vorbeugende Krankheitsbehandlung
Protandrie: Proterandrie; Reifung der Samenzellen vor der Reifung der Eizellen bei gleichaltrigen Geschlechtspartnern
proteroglyth: vordere, rinnenförmige Giftzähne der Giftnattern (Elapidae) und Seeschlangen (Hydrophiidae) mit meist geschlossener Giftrinne
Ptosis: Heruntersinken des oberen Augenlides infolge einer Muskellähmung oder durch Schädigung des 3.Hirnnervs
 
 
Q
 
Q...
 
 
R
 
Raupenkriechen: geradlinige Fortbewegungsart einiger Schlangenarten
Regenerat: nachgebildetes Körperteil, z.B. der Schwanz bei Echsen, der nach Verlust nachgebildet wird
rektillineare Bewegung: Raupenkriechen
Reproduktion: Fortpflanzung; Vermehrung
Resistenztest: Antibiogramm, Empfindlichkeitsprüfung von Bakterienkulturen gegenüber Antibiotika 
Retention: Zurückhalten der Eier, bzw. stoppen der Eientwicklung; speichern von Flüssigkeiten
retikuliert: netzartig gezeichnet
rezent: in der Jetztzeit lebend; Gegensatz: fossil
Rezeptaculum seminis: Samentasche; Behälter weiblicher oder zwittriger Tiere zur Aufbewahrung des übertragenen Samens
rezessive Erbanlagen: im Erscheinungsbild nicht sichtbar gewordene Erbanlage
Ritualkampf: s. Kommentkampf
Rostrale: Schnauzenschild
 
S
 
s.c. (subcutan): Injektion unter die Haut
sagittal: in der Längsrichtung
sauropharg: Echsen fressend
Scheitelauge: s. Parietalauge
Schnauzenschild: s. Rostrale
Sedation: medikamentöse Ruhigstellung
Sedativum: Betäubungsmittel
Seitenwinden: Fortbewegungsart einiger, vornehmlich auf dem Sand lebender Schlangenarten
Sekret: Absonderung von Drüsen mit Ausführungsgang
sekundäres Geschlechtsmerkmal: äußerlich sichtbares Unterscheidungsmerkmal
Sekundärlebensraum: vom Menschen geschaffener Lebensraum
semiadult: halberwachsen
semiaquatil: teils im oder am Wasser lebend
semiarid: halbtrocken; Steppengebiete an der Grenze zur Wüste
Sepsis: "Blutvergiftung", Allgemeininfektion mit eitererzeugenden Bakterien
serös: aus Körperflüssigkeit bestehend
sex recognition: Geschlechtserkennung während der Balz 
Sexualdichromatismus: unterschiedl. Färbung der Geschlechter ein und derselben Art
Sexualdimorphismus: unterschiedl. Gestalt und Färbung der Geschlechter ein und derselben Art
Sexualhormon: die im Rahmen der Fortpflanzung frei werdenden Hormone
signifikant: wissenschaftlich gesicherte Unterlage
SL: Schwanzlänge,  Kloakenspalt bis Schwanzspitze
solenoglyth: bewegliche, vordere, röhrenförmige Giftzähne der Viperidae und Crotalidae
Somatolyse: optische Auflösung eines Tierkörpers durch kontrastreiche Zeichnung in seiner Umgebung; Form der Schutztracht; s. auch Homochromie
Sondieren: Geschlechtsbestimmung mit Hilfe einer Knopfsonde
Spermatogenese: Bildung männlicher Geschlechtszellen
Spermatogonium: männliche Samenurkeimzelle
Spermiogenese: Enzwicklung der Samenzellen
Sphagnum: Torfmoos
Squamata: Schuppenkriechtiere (Echsen und Schlangen)
Status: aktuelle Einornung in einer systematischen Kategorie
stenök: nur an bestimmte Umweltverhältnisse gebunden; geringer Toleranzbereich
steril: keimfrei
Stirnschild: s. Frontale
Subcaudalia: Unterschwanzschilder
Sublabialia: Unterlippenschilder
Subspecies: s. Unterart
Sukkulenten: Dickblattgewächse, Kakteen und andere in Stamm, Wurzel oder Blättern wasserspeichernde Pflanzen
Supralabialia: Oberlippenschilder
sympatrisch: im gleichen Gebiet lebend; Gegensatz: allopatrisch
Synonym: ein ungültiger, jüngerer wissensch. Name
Systematik: Ordnen des Tierreichs nach natürlicher Verwandtschaft
systematische Antibiose: Gabe von Antibiotika mit dem ziel, daß diese mit dem Blut im körper verteilt werden
 
 
T
 
taktil: berühren; taktiler Reiz
Taxon: systematische Einheit untersch. Ranghöhe
Taxonomie: s. Systematik
Temporalia: Schläfenschilder; seitliche, größere Kopfschilder hinter den Postocularia
Temporalstreifen: Schläfenstreifen
Terra typica: Fundort des Typusexemplars
Terra typica restica: nachträgliche Eingrenzung der ursprüngl. angegebenen Terra typica
terrestisch: am Boden lebend, aber auch Gegensatz zu aquatil
Territorialität: Bildung von Revieren und deren Verteidigung gegenüber Artgenossen
Testosteron: männliches Sexualhormon
thecodont: Zähne in Gruben verankert
Tibia: Schienbein + Wadenbein; Unterschenkel
Toxin: Gift
Trachealabstrich: Abstrich von der Luftröhrenöffnung zur parasitologischen, bakterielogischen, mykologischen oder virologischen Untersuchung
triannual: dreimal im Jahr
Trugnatter: s. opistoglyth
Tuberkelschuppen: Höckerschuppen
Tumor: Geschwulst, Neubildung, Neoplasie
Typus: Belegexemplar einer Art, auf das sich die Erstbeschreibung bezieht
 
 
U
 
Überfamilie: der Familie übergeordnete Kategorie mit der Endung -ea
ubiquitär: überall verbreitet
Unterart: der Art untergeordnete, niedrigste Kategorie in der Systematik; der Unterartname wird als das dritte Wort dem Trinomen angehangen; gilt als stabilste Einheit in der Klassifizierung
Unterfamilie: der Familie untergeordnete Kategorie mit der Endung -inae
Unterlippenschilder: sublabilia
Uratpellet: weißer Pfropfen aus dem Salz der Harnsäure, der beim Koten abgegeben wird
Urogenitalsystem: umfasst den Harn- und Geschlechtsapparat
Uterus: Gebärmutter
 
 
V
 
valid: gültig; für gut befunden
Vene: Blutader, die das Blut zum Herzen führt
venös: sauerstoffarmes Blut der Venen
ventral: am Bauch, auf der Unterseite
Ventrilia: Schuppen auf der Bauchunterseite
ventrolateral: seitlich-unten
Vermehrungspotential: Maß für die artspezifische Vermehrungsgröße
vertebral: auf der Rückenmitte
Vertebraten: Wirbeltiere
verzögerte Befruchtung: s. Amphigonia retarda
Virostatikum: Medikament zur Behandlung von Viruserkrankungen
Vivioparie: Entwicklung und Ernährung des Embryos durch das Eidotter bis zur Schlupfreife im mütterlichen Körper
Viviparie: das Lebendgebären; die Embryonen werden über eine Plazenta versorgt und werden lebend geboren; weiteste Entwicklung der Fortpflanzung, bei Reptilien nicht sehr häufig
 
 
W
 
Wadi: nur bei Regen wassergefülltes Flussbett
Wiesenplankton: Summe aller Kleinarthropoden, die man mit Hilfe eines Netzes von Pflanzen der Wiese und anderer Vegetationsgesellschaften abkeschert; ideales Aufzuchtfutter für Jungtiere
 
 
X - Y
 
xerophil: Trockenheit liebend
Xerophyten: Pflanzen, die auf trockenen Standorten leben
 
 
Z
 
Zeitigung: s. Inkubation
Zoogeographie: Lehre von der Verbreitung der Tiere auf der Erde

Probleme bei der Häutung

Fast jeder Schlangenhalter hat bei seinem Tier schon mal eine unvollständige Häutung erlebt. So etwas kann vorkommen, wenn man das Tier bei der Häutung stört, oder nicht genügend raue Gegenstände im Becken vorhanden sind. Solche Probleme sind aber meist nichts tragisches, wenn z. B. nur die Schwanzspitze davon betroffen ist - dieser Hautrest lässt sich leicht manuell entfernen. Wenn das aber mehrfach hintereinander passiert, und mehrere Hautschichten übereinander liegen, kann es dazu kommen, dass die Schwanzspitze irgendwann schlechter durchblutet wird und schließlich abstirbt. Problematischer sind nicht vollständig gehäutete Augenkapseln. Diese sollte man auf keinen Fall mit Gewalt entfernen, da man dadurch die Hornhaut schädigen kann - wenn diese verletzt wird, kann die Schlange ihr Auge verlieren.
 
Das Tier sollte als Vorbereitung ca. 10-15 Minuten warm gebadet werden und anschließend manuell gehäutet werden oder für einige Stunden in einem kleinen Behälter mit einem feuchten Frottee-Handtuch und ggfs. einer weiteren Häutungshilfe gelegt werden. Die letzte Methode ist für das Tier der geringste Stress und die Methode der Wahl, bei sehr reizbaren Exemplaren. Man sollte das Tier nun noch mit warmen Wasser einsprühen und es an einen warmen Ort stellen. Nach einigen Stunden hat sich das Tier meist von seiner Haut befreien können. Falls nur das Auge betroffen ist, reibt man mit rauen Stoff oder Papier langsam kreisförmig über das Auge (am besten funktioniert es mit Küchenpapier oder einem feuchten Waschlappen). Meist reichen einige Minuten aus, um auch diese Haut zu entfernen. Klebt die Augenkapsel aber fester auf dem Auge, kann man seine Finger mit Klebeband umwickeln und vorsichtig über dem Auge abrollen (um den Klebstoff etwas zu entfernen, sollte man das Klebeband einmal über die eigene Haut ziehen). In den allermeisten Fällen dürfte das die Kapsel lösen. Hilft auch das nicht, sollte man die nächste Häutung abwarten und nicht mehr weiter am Auge manipulieren - sonst drohen ernsthafte Verletzungen. Kleben schon zwei und mehr Hautschichten auf dem Auge, sollte ein Tierarzt eingreifen.
 
Besondere Vorsicht ist am Schwanz geboten, da dieser sehr fragil ist!
 
Wenn sich das Tier in kleinen Fetzen häutet, so können mehrere Ursachen dahinter stecken. Man sollte seine Schlange zunächst auf Milbenbefall untersuchen.
 
Oft liegt es aber daran, dass der Behälter, bzw. Bodengrund zu trocken ist. Das ist oft der Fall, wenn man Behälter aus unbehandeltem, unbeschichtetem Holz verwendet (Bekleben der Seitenwände mit Korkplatten schafft Abhilfe), oder ein Substrat, welches der Luft Feuchtigkeit entzieht. Kabelheizungen können grabende Tiere ebenfalls leicht austrocknen und sollten daher nur auf einer entsprechend hohen Substratschicht verwendet werden. Ideal ist es, das Terrarium hauptsächlich per Strahler zu beheizen und auf eine Bodenheizung zu verzichten, bzw. sie so zu dosieren, dass der Boden nur mild erwärmt wird und der Rest der Wärmezufuhr über die Beleuchtung geschieht. Steht das Terrarium in Bodennähe, wird man um eine milde Bodenheizung kaum herumkommen. Die Feuchtigkeit lässt sich neben dem Versprühen von Wasser auch über den Bodengrund regulieren. Ich halte bei fast allen meinen Tieren unabhängig von der Art den Bodengrund um das Wasserbecken feucht - dadurch wird konstant Feuchtigkeit an die Luft abgegeben und es entsteht ein feuchtwarmes Versteck unter dem Wasserbecken. Eine Wetbox in Form eines kleinen Behälters mit feuchtem Substrat (Terrarienerde, Moos) sollte man seinen Tieren ebenfalls anbieten. Auch vor der Häutung werden diese feuchten Stellen meist gerne von den Schlangen aufgesucht.
Häutungsprobleme erlebt man auch oft im Winter, wenn die Luft durch ständiges Heizen sehr trocken wird. Dem kann man entgegenwirken, indem man im Winter vermehrt sprüht und die Lüftungsflächen im Terrarium verkleinert.
 
Wenn die Schlange blass wirkt ohne in der Häutungsphase zu sein und sich beim beim Einrollen Hautfalten zeigen, dann leidet das Tier möglicherweise auch an einer Dehydrierung (innere Austrocknung). Das kommt häufig bei sehr kleinen Schlangen vor, die bei zu trockener Haltung zu hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Falls ein Bad in warmen Wasser keine Abhilfe schafft, sollte man nicht zu lange warten, um der Schlange eine Elektrolytlösung zu verabreichen (verdünnte Ringer-Lösung ist geeignet). Dehydrierte Tiere sind sehr anfällig für andere Infektionen, außerdem kann es durch den Wassermangel zu Nierenschäden kommen. Das Baden der Schlange sollte unter Aufsicht geschehen. Da die Tiere meist geschwächt sind, können sie leicht im zu tiefen Wasser ertrinken. Ich lege geschwächten Tieren beim Baden einige Plastikpflanzen mit ins Wasser, an denen sie sich festklammern können.
 
Wenn sich die Schlange trotz bester Haltungsbedingungen weiter schlecht häutet und man Stressfaktoren ausschließen kann, sollte man den Kot der Schlange von einem Tierarzt untersuchen lassen.
Bei Wurm- oder Einzellerbefall ist der Organismus meist so geschwächt, dass die Häutung ebenfalls schlecht verläuft. Im Kapitel "Innenparasiten" sind sind einige Behandlungsmethoden aufgelistet.
 
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Futterverweigerung

Wenn eine Schlange nicht mehr fressen will, so muss das nicht immer zwingend mit einer Erkrankung zusammenhängen. Man sollte sich zunächst vor Augen führen, dass Zeiten des "nicht fressen wollens" für Schlangen völlig normal sind. Viele Halter reagieren schon besorgt, wenn ein Tier mal eine Fütterung auslässt. Dies ist jedoch kein Grund zur Sorge, in den meisten Fällen sind natürliche Stoffwechselpausen, wie z.B. Paarungsstimmung die Ursache. Natürlich können auch Haltungsfehler hinter diesem Verhalten stecken, die möglichen Gründe für eine Futterverweigerung sind letztlich sehr unterschiedlich sein, wie z.B.:
 
o zu niedrige/hohe Temperatur im Behälter
 
o die Schlange wurde in einen neuen Behälter gesetzt oder ist neu erworben worden
 
o das Tier ist in der Häutungsphase, in der selten Beute erworben wird
 
o ein überfüllter Behälter (zu viele Tiere in einem Behälter bedeutet Stress, da sich die Schlangen gegenseitig in ihren Ruhephasen stören)
 
o das falsche Futter wird angeboten (viele Schlangen sind ausgesprochene Individualisten, was ihre bevorzugtes Futtertiere angeht ... und fressen z.B. entweder nur Mäuse oder Ratten)
 
o eine Erkrankung der Schlange, z. B. Magen-Darm, Infektion der Atemwege, Maulfäule
 
o die Schlange ist von Parasiten befallen
 
o ein stressbedingtes Problem liegt vor (Mangel an Versteckplätzen, zu häufige Störungen)
 
o das Tier legt eine natürliche Ruhepause ein (Winter-/Sommerruhe)
 
o es handelt sich um eine männliche Schlange in Paarungsstimmung
 
o oder um eine noch nicht Futterfeste Jungschlange (siehe dazu "Aufzucht von Jungschlangen")
 
Wenn man Haltungsfehler ausschließen kann und das Tier vorher regelmäßig gefressen hat, kann man ruhigen Gewissens mehrere Wochen bis Monate abwarten, abhängig von dem Gesundheitszustand der Schlange. Bei männlichen Tieren ist es keine Seltenheit, dass bis zu einem halben Jahr nichts gefressen wird. Männchen in Paarungsstimmung oder trächtige Weibchen gehören zu den häufigsten Futterverweigerern. In solchen Fällen hilft nur abwarten, die Schlangen werden dann wieder anfangen fressen, wenn sie selber dazu bereit sind und nicht, wenn der Halter es sich wünscht. Bis dahin muss man sich in Geduld üben und das Tier auch nicht mit anderen Beutetieren versuchen zu "überreden".
 
Falls das Tier jedoch geschwächt ist oder vorher erkrankt war und an Substanz verliert, sollte man Gegenmaßnahmen einleiten. Eine Zwangsfütterung darf man auf keinen Fall durchführen, wenn man nicht den Grund für die Futterverweigerung kennt. Wenn dem Tier z. B. während einer natürlichen Ruhephase (wie in der Winterruhe) Futter aufgezwungen wird, so kann es dieses meist nicht verdauen, da der Stoffwechsel nicht auf Nahrungsaufnahme eingestellt ist und die zwangsweise verabreichte Nahrung möglicherweise nicht verwerten kann. Bei futterverweigernden Tieren ist es leider in der Regel nicht möglich, eine Kotprobe zu untersuchen, so dass man auf eigene Aufzeichnungen, bzw. den Aussagen des Verkäufers angewiesen ist. Hier zeigt sich wieder, dass es ratsam ist, eine Kotprobe von Neuankömmlingen zu untersuchen, um hier Sicherheit zu haben.
 
Kommt man um eine Zwangsfütterung nicht umhin, sollte man diese so schonend wie möglich durchführen: Am besten ist es (besonders für bereits geschwächte Tiere), wenn man einen Futterbrei aus geschabten Fleisch und Ei zubereitet und es der Schlange mittels einer Schlundsonde verabreicht. Dabei sollte der Schlauch vorsichtig in den Hals eingeführt werden, damit das Tier den Brei nicht in die Luftröhre bekommt und auch nicht sofort wieder auswürgt. Diese Prozedur sollte man soweit wiederholen, bis die Schlange wieder zu Kräften gekommen ist. Wenn die Schlange das Ersatzfutter gut verdaut, kann man sie mit kleinen Beutetieren stopfen, die man aber immer vorher dem Tier freiwillig anbieten sollte. Vielleicht ist die Schlange schon zu einer selbstständigen Futteraufnahme bereit.
 
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Milbenbefall

Die kleinen Parasiten können sehr hartnäckig sein. Man muss daher bei der Bekämpfung einige Dinge beachten: Zunächst einmal sollte man die Finger von den "Anti-Milben-Präparaten" lassen, die einige Zoofachhändler schnell verkaufen. Diese "auf rein pflanzlicher Basis" beruhende Mittel sind meist komplett wirkungslos und man verliert nur Zeit und Geld (Beispiel: "Repto-Mite"). Wenn man einen Milbenbefall ignoriert, riskiert man eine Durchseuchung seines Bestandes innerhalb weniger Wochen, eine Schwächung des Tieres durch Blutverlust, Futterverweigerung durch den Stress des permanenten Juckreizes, Erkältungen durch zu langes Liegen im Wasser, schlecht verlaufende Häutungen und auch die Übertragung von Krankheiten durch die Milben. Die kleinen Parasiten verbreiten sich ungemein schnell im Raum, da sie ca. 1,5 - 1,8 Meter pro Stunde zurücklegen können. 
 
Bekämpfung:
 
Früher war das Standardmittel "Neguvon" (Wirkstoff: Trichlorphon, Metrifonat), welches man nur auf Rezept beim Tierarzt bekam. Das Mittel wurde unter anderem auch zur Beseitigung von Endoparasiten bei Wiederkäuern verwendet. Ich habe das Mittel mehrmals in einer wässrigen Lösung mit einer Konzentration von 0,2 % angewendet, einige Male mit Erfolg, andere Male haben die Milben überlebt, bzw. die Schlangen schwere Nebenwirkungen gezeigt. Die Tiere hatten große Koordinationsprobleme, konnten sich kaum bewegen und zitterten am ganzen Körper. Nach einigen Tagen hatten sie sich zwar wieder erholt, 1 Jahr später sind aber in einem Fall bei zwei behandelten Schlangen Tumore festgestellt worden, an denen sie nach kurzer Zeit gestorben sind. Mittlerweile ist das Mittel nicht mehr erhältlich, vermutlich weil es für die Verwendung in der Nutztierhaltung zu schlecht verträglich war, bzw. zu viele Nebenwirkung hatte.
 
Mittlerweile gibt es allerdings einige Alternativen. Die populärsten sind z.B. Blattanex (mit Dichlorvos als Wirkstoff), Frontline (Fipronil), Vapona-Strips (Dichlorvos), sowie Ardap.
 
Dichlorvos wird als Wirkstoff relativ häufig eingesetzt, meistens im Produkt "Blattanex". Ein ganzer Insektenstrip (10x15 cm) reicht für ca. 40m³ Rauminhalt, ein etwa 1x2 cm großes Stück reicht demnach für ein Becken mit einem Rauminhalt von 100X50X50 cm.
 
Der Strip wird dabei für ca. 5 Tage in das Terrarium gehangen - dabei sollte eine Platz gewählt werden, den die Schlange nicht erreichen kann. Außerdem müssen die Lüftungen verklebt werden, damit der Wirkstoff des Strips nicht wirkungslos entweicht. Da sich Dichlorvos im Wasser bindet, sollte sich in dieser Zeit kein Trinkwasser im Becken befinden. Das Einsprühen des Beckens hat ebenfalls zu unterbleiben - auch für Regenwaldbewohner. Die Tiere sollten daher vor der Behandlung gebadet werden, damit sie nochmals Wasser aufnehmen können.
 
Es folgen ca. 5-6 Tage Pause, anschließend wird der Strip nochmals für weitere 5 Tage in das Becken gehängt, um die mittlerweile neugeschlüpften Milben vor einer erneuten Eiablage ebenfalls abzutöten. Im Zyklus der Schlangenmilbe genügen bei optimalen Bedingungen ca. 6 Tage, damit sich aus dem Ei eine geschlechtsreife, ablagebereite Milbe entwickelt (Temperaturen von 24-31° C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 70-90% vorausgesetzt).
 
Relativ neu auf dem Markt ist das Mittel "Ardap". Dieses Insektenbekämpfungsmittel ist als Spray erhältlich und wird normalerweise bei Vögeln eingesetzt. Dieses Mittel wirkt toxisch auf den Stoffwechsel von Spinnentieren und Insekten - es sollte also auf keinen Fall in einem Raum angewendet werden, wo auch Spinnen oder Skorpione gehalten werden. Keinesfalls sollten die Schlangen direkt damit angesprüht werden, da es dadurch schon zu Todesfällen gekommen ist.
 
Ich habe das Mittel bei meiner letzten Milbenbekämpfung erfolgreich eingesetzt. Ich bin dabei so vorgegangen, dass ich zunächst das Terrarium ausgeräumt und mit dem Spray solange ausgenebelt habe, bis auf den im Terrarium verbliebenen Kletterästen ein feiner Film zu sehen war. Die Schlangen habe ich auf eine Papierunterlage gesetzt, die ebenfalls leicht mit Ardap besprüht war. Schon durch diesen leichten Kontakt ist ein Großteil der Milben nach wenigen Minuten verendet. Abschließend habe ich die Tiere nochmals in ein warmes Bad mit einem Schuss Olivenöl gelegt, dadurch sterben die restlichen Milben ab, da sie am Ölfilm ersticken. Vorher sollte man die Tiere einige Minuten ohne Öl baden, damit die Schlangen bei Bedarf ihren Durst stillen können und nicht vom Ölwasser trinken.
 
Nach 2-3 Stunden hat sich das Ardap im Terrarium abgesetzt. Aufgrund der Giftigkeit dieses Mittels sollte man das Terrarium nun mit Wasser auswaschen und Einrichtungsgegenstände unter fließendem Wasser abspülen. Das Substrat sollte man - falls man es nicht vorher schon entfernt hat - ebenfalls entsorgen und gegen frisches austauschen.
 
Falls man bei den Schlangen in den folgenden Stunden Koordinationsstörungen bemerkt, sollte man die Tiere aus dem Terrarium entfernen und es erneut auswaschen. Es ist daher sehr wichtig, die Tiere in den folgenden Tagen genau zu beobachten. Bedingt durch das Ölbad muss man bei der folgenden Häutung allerdings meist eingreifen, da die Tiere die ölverklebte alte Haut nur schwer abstreifen können.
 
Abschließend möchte ich anmerken, dass Milbenbekämpfung immer eine gefährliche Gradwanderung zwischen sicherer Abtötung der Schädlinge und Gefährdung der Schlange bedeutet. Jedes der angeführten Mittel wirkt toxisch auf Milben und Schlange - bei der Dosierung sollte in jeden Fall extrem vorsichtig vorgegangen werden, besonders bei Ardap. Viele Schlangenhalter schwören auf dieses Mittel - ich habe allerdings auch schon oft kritische Stimmen gehört.
 
Die notwendige Dosierung, um Milben zu töten liegt leider gefährlich nah an der letalen Grenze für viele Schlangenarten. Häufig muss man auch mehrmals behandeln, da Milbeneier recht widerstandsfähig gegen diese Mittel sind und auch ein gewisser Prozentsatz der Milben in den Einrichtungsgegenständen überlebt. Man kann sich einige Ärger ersparen, wenn man die Einrichtung während der Behandlung komplett austauscht oder zumindest im Backofen mindestens 10 Minuten auf 150 °C erhitzt.
 
Niemals sollte man nach der Prämisse "Viel hilft viel" handeln - schon viele Schlangen sind nicht durch den Milbenbefall gestorben, sondern durch die Behandlung. Für den Anfänger ist es wahrscheinlich am ratsamsten, es zunächst mit einem Insektenstrip zu versuchen - falls dieser keine Wirkung zeigt kann man immer noch auf die Kombination Ölbad/Ardap zurückgreifen.
 
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Würmer und andere Parasiten

Die häufigsten Außenparasiten, die man bei Schlangen vorfindet, sind wohl die bekannten Schlangenmilben (Ophionyssus natricis). Fast jeder Schlangenhalter wird im Laufe der Zeit mit diesem Problem konfrontiert.
 
Milben sind als winzige, schwarze Punkte zu erkennen, die vor allem abends und nachts aktiv werden und manchmal vereinzelt, manchmal auch massenhaft auf der Schlange umher krabbeln. Vor allem junge Milbenstadien sind nicht leicht zu entdecken, da sie auch heller als ältere Milben sind. Im ausgewachsenen Zustand können diese Schädlinge ungefähr 0,5 mm groß werden.
 
Von Milben befallene Schlangen werden durch den verursachten Juckreiz sichtlich nervös und versuchen sich oft aktiv dieser Qual zu entledigen, indem sie sich z. B. stundenlang ins Wasserbecken legen oder an Einrichtungsgegenständen scheuern. Das Wasser ist bei starkem Befall schnell mit hunderten von abgestorbenen Milben übersät, die als schwarze Punkte am Boden des Wasserbeckens liegen. Milben im Wasserbecken sind meist das erste sichtbare Anzeichen für einen Befall, auch wenn die Tiere meist schon länger an Milbenbefall leiden. 
Schlangenmilben sammeln sich besonders häufig an den Augen, was schnell zu Entzündungen führen kann. Dabei schwellen die Schuppen um die Augen an, was dazu führt, dass das ganze Auge eingesunken wirkt.
 
Besonders Wildfänge sind fast immer mit den unterschiedlichsten Innenparasiten befallen, in den meisten Fällen diverse Würmer. Meist sind es Nematoden (Fadenwürmer), Trematoden (Saugwürmer), Cestoden (Bandwürmer) oder Acanthocephalen (Kratzer), aber auch Protozoen wie Flagellaten und Amöben bereiten Probleme. Daher sollte man von jedem Neuzugang eine Kotprobe vom Tierarzt untersuchen lassen und die Schlange isolieren, auch wenn das Tier symptomfrei ist. Kotproben kann man bei seinem Tierarzt abgeben, oder besser noch bei exomed einschicken.
 
Eine Schlange kann sehr lange mit Würmer leben (vor allem mit Bandwürmern), in der freien Wildbahn ist eine reichhaltige Parasitenfauna auch nichts ungewöhnliches. Schlangen, die in Gewässernähe leben, sind meist besonders stark befallen. Im Terrarium kann sich das Parasit-Wirt-Gleichgewicht aber schnell zu Ungunsten des Wirtes verschieben (also der Schlange), da besonders Wildfänge nicht gerade schonend transportiert werden und die Tiere daher meist geschwächt zu den einzelnen Händlern gelangen. Ist das Immunsystem durch den Stress erstmal geschwächt, breiten sich die Parasiten schnell unkontrolliert aus und schädigen dadurch ihren Wirt.
 
Symptome beim Wurmbefall sind: Abmagerung des Tieres trotz Futteraufnahme, lange Pausen zwischen den Häutungen (bis 5 Monate), Apathie, Ausblassen der Farben, Kontraktionen im Magen-Darmbereich, Futterverweigerung, Gewichtsverlust, Verstopfung (z. B. bei massenhaften Befall mit Nematoden), aber auch Durchfall und Erbrechen (bei Einzeller-Befall).
 
Werden Würmer nachgewiesen, so handelt es sich oft um Nematoden des Magen-Darm-Traktes. Diese Parasiten können in den meisten Fällen gut behandelt werden, indem man den Tieren das geeignete Mittel ins Futter gibt. Zu spätes Erkennen führt oft zum Tode des Tieres, sei es durch Organschäden (vor allem Darm, Leber und Lunge), bzw. durch Entkräftung, da sich die Parasiten sowohl von dessen aufgenommener Nahrung, als auch von den Körperflüssigkeiten des Wirtes ernähren.
 
Zur Behandlung eignen sich verschiedene Präparate, die in der Veterinärmedizin verwendet werden.
Ich habe bisher die besten Erfahrungen mit Mebendazol (Präparat: Telmin KH) gemacht, welches man 4-5 mal an aufeinander folgenden Tagen in einer Konzentration von 10 mg pro 100 g Körpergewicht verabreicht. In schweren Fällen sollte man die Behandlung nach 3-4 Wochen wiederholen. Dieses Mittel ist fast ohne Nebenwirkungen und wirkt sich auch bei einer Überdosierung nicht negativ aus. Deshalb sollte man trotzdem nicht nach der Methode "Viel hilft viel" verfahren. Die angegebene Menge reicht völlig aus und wirkt gegen die meisten Nematoden, wie z. B. Ascariden, Oxyuren, Strongyliden (Darmälchen) und Spiruiden, sowie gegen einige Bandwürmer, die im Darm der Tiere leben. Auch Fenbendazol (Präparat: Panacur) ist gegen diese Parasiten sehr wirksam (50 mg pro kg Körpergewicht für 4 Tage).
 
Bei Befall mit Bandwürmern (Cestoden) oder Saugwürmern (Trematoden) sollte man Praziquantel (Präparat: Droncit) verabreichen, eine einmalige Dosis von 10-30 mg pro kg Körpergewicht reicht meist aus (sollte nach zwei Wochen wiederholt werden). Auch Praziquantel ist erfreulicherweise wenig toxisch.
 
Parasiten, die nicht im Darm schmarotzen, sind schwieriger zu bekämpfen. Laut Literatur kann man Citarin in einer Dosis von 50 mg/kg Körpergewicht anwenden, dass man subkutan (unter die Haut) von einem Tierarzt verabreichen lassen muss.
 
Einzeller lassen sich mit Metronidazol (Präparat: Clont) bekämpfen (6-10 mg/100 g Körpergewicht täglich für mindestens eine Woche), wobei Flagellaten manchmal die Auslöser sind (nur bei Massenbefall schädlich), meist stecken aber Amöben dahinter (Entamoeba invadens). Infizierte Tiere sind hochgradig ansteckend, so dass das Tier sofort isoliert werden muss, um seinen übrigen Tierbestand nicht zu gefährden. Metronidazol ist leider nicht sonderlich gut verträglich, so dass schon eine leichte Überdosierung bei schon geschwächten Tieren schnell zum Tode führt.
 
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Was tun bei Legenot

Die Legenot ist ein gefürchtetes Problem, was aber zum Glück nur selten eintritt, wenn man einige Dinge bei schwangeren Weibchen beachtet. Zunächst einmal sollte man natürlich in der Lage sein, eine Trächtigkeit zu erkennen. Eine Legenot entsteht oft aus einer nicht erkannten Paarung, oder dem Kauf eines schwangeren Weibchens. Wenn man die Vorzeichen einer bevorstehenden Eiablage nicht erkennt, legt das Weibchen im günstigen Fall die Eier ins Wasserbecken, im schlimmsten Fall verendet das Tier unerwartet, da die nicht abgelegten Eier im Eileiter anschwellen (durch Wasseraufnahme) und schließlich in Fäulnis übergehen, woran das Tier nach einigen Wochen verendet.
 
Es ist nicht immer eindeutig erkennbar, ob eine Schlange kurz vor der Ablage steht. Der Eiablage geht in der Regel eine Häutung voraus (der sogenannte Prelaying-shed). Nach dieser Häutung kriechen die nach einem Eiablageplatz suchenden Weibchen ruhelos im Becken umher, auf der Suche nach einem passenden, geschütztem Ort. Man sollte dem Tier nun einen passenden Behälter anbieten. Bei bodenbewohnenden Schlangen an einer warmen, geschützten Stelle auf dem Boden, bei baumbewohnenden Schlangen im Geäst. Vogel-Nistkästen können hierbei gute Dienste leisten. Ich verwende gerne Blumen-Übertöpfe passender Größe, die ich zur Hälfte mit leicht feuchter Terrarienerde fülle und zur Hälfte mit trockenem Moos abdecke. Auch kleine Plastikboxen mit einem Schlupfloch im Deckel leisten gute Dienste. Es versteht sich von selbst, dass man trächtigen Weibchen optimale Haltungsbedingungen bietet. Zu hohe oder zu niedrige Temperaturen können während dieser Phase dem Weibchen und dem Gelege schaden. Der Durchmesser des Ablagebehälters sollte ein wenig größer sein, als die zusammengerollte Schlange, das Tier sollte sich bequem verbergen und eingraben können.
Es vergehen meist nur Minuten, bis die Schlange den Behälter gefunden hat und hineinkriecht. Bis zur Eiablage ist es nicht ungewöhnlich, dass das Weibchen noch regelmäßig den Behälter verlässt und sich sonnt oder weiter umher kriecht. Über kurz oder lang wird das Tier zur Ruhe kommen und die Eier ablegen. In dieser Zeit sollte man für viel Ruhe sorgen und andere Tiere, besonders die Männchen, aus dem Behälter entfernen, da sie den Ablagebehälter natürlich ebenfalls inspizieren.  Keinesfalls sollte man täglich den Zustand des Weibchens im Ablagebehälter kontrollieren. Ich versuche, die Tiere 2-3 Tage nicht zu stören, wenn sie im Eiablagebehälter zur Ruhe gekommen sind. Innerhalb von 14 Tagen nach dem Pre-laying-shed sollte das Weibchen seine Eier gelegt haben. Wenn das Weibchen diesen Termin überschritten hat, jedoch noch ruhig in der Ablagebox liegt, sollte man noch abwarten. Sind die Weibchen aber nach diesem Stichtag noch aktiv, haben sie eventuell nur einen Teil des Geleges abgelegt und es befinden sich noch Eier vor der Kloake, liegt meist eine Legenot vor. Oft erkennt man Kontraktionen im letzten Körperdrittel, da die Legenot aber meist durch eine Blockade des Eileiters ausgelöst wird, führt die Wehentätigkeit nicht zur weiteren Eiablage.
 
Die Ursache für eine Legenot kann vielfältig sein. In Frage kommen Stress, fehlende Eiablagemöglichkeiten, ein schlechter Allgemeinzustand, Blockade durch zu große Eier, ein entzündeter und verklebter Eileiter oder ein schlechter Muskeltonus bedingt durch einen schlechten Allgemeinzustand oder durch zu häufige Zuchtversuche, so dass die Wehentätigkeit nicht ausreicht, um die Eier aus dem Eileiter auszustoßen. In diesem Fall kann eine Injektion von Kalzium, gefolgt von einer weiteren Injektion des wehenauslösenden Hormons "Oxytocin" erfolgversprechend sein. Meist liegt jedoch eine Blockade vor, bei denen die normale Wehentätigkeit nicht ausreicht, die Eier abzulegen. Bevor man weitere Schritte einleitet, sollte man die Schlange zunächst vom Tierarzt abtasten und röntgen lassen, um die Menge und Größe der Eier zu bestimmen.
 
In Fällen, wo die Schlange ihr Gelege nur teilweise absetzen kann, blockiert oft ein einzelnes Ei die Passage. Meist ist dieses Ei zu groß oder zu unförmig, um auf normalem Weg gelegt zu werden. In diesem Fall sollte der Tierarzt zunächst durch Ertasten und Röntgenbilder die Lage und Anzahl der Eier feststellen. Manchmal reicht ein Einlauf mit Parafinöl in die Kloake und eine sehr vorsichtige Massage, um das Problem zu beheben. Wenn das Ei aber nicht beweglich ist, sollte man es nicht mit Gewalt versuchen. Innere Verletzungen und Unfruchtbarkeit sind dann oft die Folge. Der Tierarzt kann das Ei, das am nächsten zur Kloake liegt, durch die Bauchdecke punktieren und den Ei-Inhalt absaugen. Das verbliebene Ei wird in den meisten Fällen einige Tage später selbständig abgelegt.
 
Falls die Eier nach dieser Behandlung immer noch nicht vollständig abgelegt werden, ist oft eine Operation notwendig, um die Eier aus dem Eileiter zu entfernen. Hier muss von Fall zu Fall entschieden werden. Wenn das Weibchen weiter Wehentätigkeit zeigt, nicht frisst und eine deutliche  Umfangsvermehrung sichtbar ist, hat man leider keine andere Wahl mehr. Vereinzelte oder unbefruchtete Eier im Eileiter können jedoch auch kalzifizieren und werden mitunter bei einer folgenden Trächtigkeit abgelegt oder resorbiert. Hier besteht allerdings die Gefahr der Unfruchtbarkeit oder einer weiteren Legenot, falls diese Eier den Eileiter blockieren.
 
Beim leisten Trächtigkeitsverdacht oder ungewöhnlicher Unruhe weiblicher Tiere, sollte ein aufmerksamer Pfleger sofort einen Ablagebehälter in das Becken stellen. Man sollte nur mit kräftigen, gut genährte Weibchen ab dem 4. Lebensjahr züchten und sie vor allem nicht jedes Jahr verpaaren - das gilt für fast alle Arten. Jede Trächtigkeit kostet das Weibchen sehr viel Substanz, wie man an dem ausgemergelten Zustand vieler Tiere nach der Ablage sehen kann. Zu junge oder zu häufig verpaarte Tiere haben oft nicht genügend Kraft für die Ablage, was nicht seltenin einer Legenot endet.
  
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Dehydrierung - Ein oft unterschätztes Problem

Wie alle anderen Lebewesen können auch Schlangen dehydrieren. In den meisten Fällen trocknen die Tiere durch konstant zu hohe Temperaturen, Mangel an Trinkwasser, bzw. zu geringe Umgebungsfeuchtigkeit aus. Unbehandelte Holzterrarien z.B. entziehen der Luft die Feuchtigkeit. Das gleiche Problem hat man, wenn man Holzeinstreu oder ähnliche saugfähige Substrate als Bodengrund verwendet. Aus diesem Grund sollten man zum Terrarienbau entweder Glas, kunststoffbeschichtetes Holz, oder Kunststoffe wie Styropor/Styrodur verwenden. Hat man unbehandeltes Holz verbaut empfiehlt es sich, das Becken mit Korkplatten auszukleiden und mit Silikon zu versiegeln.
 
Zu einer Dehydrierung kommt es meist dann, wenn die Bodentemperaturen zu hoch sind und die Schlange gleichzeitig keine Ausweichmöglichkeit in kühlere und feuchte Bereiche hat. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit dann noch zu gering ist, ist eine Austrocknung des Tieres nur eine Frage der Zeit. Weitere Fehlerquellen sind eine zu starke Erwärmung der Sonnenplätze durch zu starke Strahlerleistung. Besonders baumbewohnende Tiere liegen oft zu lange an einem direkt angestrahlten Ast und trocknen so langsam aus, selbst wenn die Umgebungsfeuchtigkeit im Behälter hoch ist. Das Problem kann vermieden werden, indem man die Heizleistung der Strahler mit einem Dimmer reduziert und die Sonnen-Äste nicht direkt anstrahlt, sondern seitlich leicht versetzt.
 
Auf Bodenheizungen sollte man nach Möglichkeit verzichten, wenn man grabende Schlangenarten hält, da die Tiere dann mit den heißen Kabelheizungen/Heizmatten direkt in Kontakt kommen können. Der Wärmeregulationsmechanismus von Schlangen schützt die Tiere meist nicht von zuviel Wärmezufuhr "von unten", so dass die Hauptwärmequelle immer ein Strahler sein sollte. Bodenheizungen sollten nur indirekt zum Einsatz kommen und den Boden nicht zu stark erwärmen (25-26°C maximal, je nach Art). Bei guter Isolierung oder entsprechender Raumtemperatur kann man auch auf Bodenheizungen meist verzichten.. Weiteres zum Thema "Beheizung" findet man im Artikel "Beleuchtung & Beheizung".
 
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die relative Feuchtigkeit im Terrarienraum. Besonders im Hochsommer, wenn die Zimmertemperaturen stark ansteigen und im Winter, wenn die Zimmerluft durch ständiges Heizen trockener wird, sollte man die Feuchtigkeit im Terrarium täglich kontrollieren und durch Sprühen von warmen Wasser entsprechend regulieren. Bei feuchtigkeitsliebenden Schlangenarten kann man auch einen Teil des Bodensubstrates feucht halten, möglichst auch einen Behälte rmit feuchtem Substrat ("Wetbox"), welche von vielen Exemplaren auch außerhalb der Häutungszeit gerne aufgesucht wird.
 
Wenn eine Schlange, besonders eine kleine, stark dehydriert wirkt (die Haut bekommt Falten, die besonders dann sichtbar werden, wenn sich die Schlange einrollt), sollten sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden: Zunächst sollte man die Haltungsbedingungen verbessern, vermehrt Sprühen und den Bodengrund teilweise anfeuchten. Falls die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu niedrig ist, sollte man die Lüftungsflächen verkleinern. Stärker betroffene Tieren kann man für 1-2 Tage in einem Behälter mit feuchtem Substrat unterbringen, sollte dabei aber die Nachttemperaturen nicht zu stark abfallen lassen. Leichte bis mittelschwer betroffene Exemplare erholen sich in der Regel innerhalb weniger Tage, sofern kein organischer Schaden vorliegt. Falls die Symptome nach einigen Tagen nicht besser werden, kann eine Verabreichung von Elektrolyten sinnvoll sein (oral oder intramuskulär). Bei sehr kleinen Tieren kommt nur eine orale Gabe durch eine Schlundsonde in Frage, größere Tiere können vom Tierarzt eine Spritze erhalten. Eine Injektion ist meist wirksamer, als eine Aufnahme der Flüssigkeit über den Magen-Darm-Trakt. Meist wird eine so genannte Ringer-Lösung verabreicht. Das ist eine verdünnte NaCL-lösung, die man vom Tierarzt erhält. Das Verabreichen von normalen Trinkwasser ist nicht sinnvoll, da der Organismus bei Wassermangel Trinkwasser mit normaler Salzkonzentration nicht in genügenden Mengen über den den Magen-Darm-Trakt resorbieren kann. Man sollte mit der Behandlung nicht zu lange abwarten, denn meist zieht eine Dehydrierung weitere Probleme nach sich, die eine Behandlung verkomplizieren können (Nierenschäden, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen usw.).
 
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Maulfäule

Erkrankungen dieser Art treten oft bei Schlangen auf, die unter schlechten hygienischen Verhältnissen leben oder durch Krankheit oder Futtermangel bereits geschwächt sind. Im frühen Stadium kann man auf der blass wirkenden Mundschleimhaut oft kleine rote Punkte erkennen. Schreitet die Erkrankung weiter fort, bilden sich Krusten aus abgestorbenem Gewebe. Die Schlange kann auch meist ihr Maul nicht richtig schließen.
 
Schreitet die Erkrankung weiter fort, kommt es zu großflächigen Gewebsnekrosen im Maul und die Schlange verliert Zähne. Bei schwerwiegendem Krankheitsverlauf wird auch der Kieferknochen angegriffen. Die Infektion (meist durch Pseudomonas-Bakterien) breitet sich schließlich auf die Atemwege und den Magen-Darm-Trakt aus und führt unbehandelt zum Tode.
 
In leichten Fällen genügt es meist, die befallenen Stellen mit einem milden Desinfektionsmittel auszuwaschen (1-2 mal täglich, für mindestens 5 Tage), z. B. mit einer verdünnen Wasserstoffperoxidlösung (0,2%) oder mit Hexoral, bzw. Supronal. Man sollte das Tier einem Tierarzt vorstellen, der bereits angegriffenes, bzw abgestorbenes Zahnfleisch entfernen kann. Bei geringgradigen Infektionen genügt dann meist neben einer Verbesserung der allgemeinen Haltungsbedingungen nur noch eine weitere Behandlung mit den bereits genannten Desinfektionsmitteln. Falls die Erkrankung weiter fortschreitet, sollte man der Schlange nach einem vorhergehenden Abstrich mit Antibiotika behandeln,
 
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Pilzerkrankungen - Mykosen

Pilzerkrankungen sind ein schwieriges Thema, zumeist werden Tiere, die auf zu feuchtem Boden gehalten werden, von Hautpilzen befallen. Betroffen sind größtenteils die Bauchschuppen. Eine Mykose erkennt man an abstehenden, rötlich bis bräunlich gefärbten Schuppenrändern. Wenn sich diese Hautkrankheit verschlimmert, können die befallenen Schuppen schließlich absterben, oder unregelmäßig weiter wachsen.
 
Die Behandlung ist nicht einfach, der erste Schritt besteht darin, das Tier auf völlig trockenem Boden in einem Quarantänebecken unterzubringen. Dort wird zumindest ein weiteres Wachstum der Pilze unterbunden. Der nächste Schritt ist die Applikation eines geeigneten fungiziden Mittels (Antimykotikum). Das Problem dabei ist, dass sowohl Salben, als auch flüssige Wirkstoffe nicht besonders gut auf der Reptilienhaut haften und meistens schnell von der Schlange beim Umherkriechen wieder abgerieben werden.
 
Ich verwende zur Behandlung von Mykosen meistens Tinkturen (z. B. Kanesten, der zugrunde liegende Wirkstoff ist das Fungizid Clotrimazol), was unter anderem den Vorteil hat, dass sie auch unter die Schuppen gelangt und dort wirksam ist. Bei der Dosierung muss man allerdings sehr vorsichtig sein und das Mittel äußerst sparsam auftragen. Bei zu hoher Dosierung wird auch die Gesundheit der Schlange in Mitleidenschaft, was sich in leichten bis schweren Vergiftungserscheinungen, z.B. in Form von lethargischen Verhalten bemerkbar macht . Man sollte das Tier genau beobachten und im Falle einer Überdosierung das Mittel für einige Tage absetzen. Am genauesten lässt sich das Mittel in Form eines Pumpsprays dosieren. Auch Betaisadonna-Präparate sind für die Behandlung von Mykosen geeignet.
 
Die Behandlungsdauer richtet sich nach Schwere des Befalls und Art des Pilzes. Es ist mitunter eine vierwöchige, tägliche Behandlung nötig, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Bei einem Pilzbefall sollte man, auch wenn die Symptome schon verschwunden sind, noch 1-2 Wochen nachbehandeln, um einen Rückfall zu vermeiden.
 
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Mangel an Vitaminen

Vitamine sind organische Verbindungen, die der Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel zum größten Teil nicht synthetisieren kann. Sie müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden [...] Vitamine sorgen grundsätzlich für das Funktionieren des Stoffwechsels. Ihre Aufgabe besteht in einer Regulierung der Verwertung von Nährstoffen wie Kohlenhydraten, Eiweißen und Mineralstoffen, sie sorgen für deren Ab- beziehungsweise Umbau und dienen somit auch der Energiegewinnung. Vitamine stärken das Immunsystem und sind unverzichtbar beim Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen. Jedes einzelne Vitamin erfüllt bestimmte Aufgaben. Sie unterscheiden sich dadurch auch hinsichtlich ihrer verschiedenartigen Wirkungen [Zitat aus wikipedia.de].
 
Die theoretische Möglichkeit eines Vitaminmangels wird regelmäßig unter Schlangenhaltern diskutiert. Vitaminmangel ist jedochbei nagetierfressenden Arten selbst bei alleiniger Verfütterung eigentlich kein Thema. Selbst Exemplare, die Zeit ihres Lebens nur Frostfutter erhalten, zeigen keine Mangelerkrankungen. Die vielen auf dem Markt erhältlichen Vitaminpräparate sind daher im Grunde genommen nicht notwendig und nur bei erkrankten oder geschwächten Tieren unter Umständen für kurze Zeit einzusetzen. Bei der regelmäßigen Verabreichung von Vitaminen besteht bei Schlangen eher die Gefahr einer Hypervitaminose, die sich z.B. in zu häufigen Häutungen bemerkbar machen kann. Das grundsätzliche Problem der Vitaminversorgung ist, dass einfach noch keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, wie hoch der jeweilige Vitaminbedarf der einzelnen Arten ist.
 
Wassernattern jedoch, die ausschließlich mit Fisch ernährt werden, laufen Gefahr, an einer besonderen Mangelerscheinung zu erkranken. Vor allem Thamnophis-Arten sind empfindlich gegen Vitamin B1-Mangel (Thiamin). In vielen Fischarten kommt ein Enzym namens Thiaminase vor, die Thiamin - eine Vitamin B-Vorstufe - abbaut, bevor die Schlange es aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert hat. Im natürlichen Habitat ist Vitamin B-Mangel nahezu ausgeschlossen, da sich wasserliebende Arten eher von Amphibien und deren Larven, als von Fisch ernähren. Aus Gründen des Artenschutzes ist dies im Terrarium natürlich nicht angebracht. Deshalb sollte man ungefähr bei jeder 3. Fütterung (falls man nur Fische - besonders Stinte - verfüttert) ein Vitaminpräparat zusetzen, welches Vitamin B1 enthält. Noch sinnvoller ist es jedoch, Strumpfbandnattern an nackte Mäuse zu gewöhnen. Die regelmäßige Verfütterung von Nagetieren beugt einem Vitaminmangel sehr wirksam vor - da dieses Futter zudem besonders nahrhaft ist gedeihen die Schlangen auch wesentlich besser.
 
Wenn ein Thiamin-Mangel vorliegt, so zeigen die Nattern neurologische Erscheinungen, sie fallen beim Kriechen auf die Seite und haben offensichtliche Orientierungsprobleme. Wird dies früh genug erkannt, so kann eine orale Eingabe oder auch Injektion (vom Tierarzt) eines Vitamin B1-Präparates die Symptome lindern oder auch möglicherweise ganz verschwinden lassen. In einigen Fällen behalten die Schlangen allerdings dauerhafte Koordinationsprobleme und können nicht mehr richtig auf dem Bauch kriechen. Selbst wenn die Tiere ruhen, sieht man, dass sie deutlich "Schlagseite" haben. Trotz dieser Einschränkung kann eine betroffene Schlange mit diesem Problem weiterleben, wenn man die Ursache dafür abstellt.
 
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Verdauungsprobleme & auskotzen von Futter

Überfütterte, wenig aktive Schlangen sind anfällig für eine Verstopfung, weitere Gründe sind zu hohe Boden-Temperaturen, sowie eine zu geringe Luftfeuchtigkeit im Becken, sowie versehentlich bei der Fütterung verschlucktes Substrat. Der Hinterleib vor der Kloake wirkt dabei angeschwollen, man kann mitunter auch Verhärtungen im Darmbereich ertasten. Wenn man nicht einschreitet, kann ein Darmvorfall die Folge sein. Bei dehydrierten Tieren kann der nicht ausgeschiedene Kot unter Umständen verhärten werden und muss in diesem Fall operativ entfernt werden.
 
Zunächst sollte man die Verhältnisse im Behälter korrigieren und für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen, Terrarien aus unversiegeltem Holz entziehen der Luft z.B. viel an Feuchtigkeit. Zu langes Verweilen direkt auf einer Bodenheizung kann ebenfalls zu einer Verstopfung führen. Ein Auskleiden der Wände mit Kork, kleinere Lüftungsflächen, sowie der Einsatz von Wärmestrahlern schafft hier Abhilfe. Bei Exemplaren mit Verstopfung sollte man außerdem die Fütterungshäufigkeit reduzieren. Mehr Bewegung fördert ebenfalls die Verdauung. Wenn man das Tier in ein anderes Becken setzt, stellt sich oft kurze Zeit später der gewünschte Erfolg ein. Auch mehrfaches tägliches Baden kann der Schlange bei der "Problemlösung" helfen.
 
Verstopfung bei einer Kornnatter
 
Helfen die obengenannten Methoden nicht, so kann man dem Tier vorsichtig etwas warmes Wasser verabreichen. Hat man immer noch keinen Erfolg, hilft meist nur ein Abführmittel. Dieses sollte nur nach vorheriger Absprache mit dem Tierarzt dosiert und verabreicht werden. Frisst die Schlange noch selbstständig, kann man z. B. etwas Abführmittel in eine Maus einspritzen und abwarten, was passiert (wenn das Tier nicht frisst, muss man es mit einer Schlundsonde eingeben).
 
Eine Verstopfung kann natürlich auch durch exzessiven Darmparasitenbefall ausgelöst werden, aber auch durch verschlucktes Substrat. Wenn der Darm der Schlange mit Substrat verstopft ist (z.B. Sägespäne) hilft meist nur noch die operative Entfernung, bei kleineren Arten ist das sehr problematisch und bedeutet meist das Todesurteil. Aber so weit muss es ja nicht kommen, wenn man das richtige Bodensubstrat wählt und die Fütterungen beaufsichtigt.
 
Verstopfungen sind bei optimaler Haltung eigentlich sehr selten - hier kann jeder Halter durch optimale Planung des Terrariums, artgerechter Fütterung und Einsatz der richtigen Temperaturregel-Mechanismen einfach vorbeugen.
 
Wenn Schlangen ihr Futter nach kurzer Zeit wieder Erbrechen, oder der Kot sehr dünnflüssig ist, kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Zum einenwie so oft Haltungsfehler, ein Befall mit Würmern und Einzellern oder auch eine bakterielle Infektion.
 
Wenn eine Schlange ihr Futter einige Tage später auswürgt, war in der Regel die Temperatur im Terrarium zu niedrig sein, was den Verdauungsprozess verlangsamt oder sogar verhindert. Auch Stress durch zu häufiges Berühren während der Verdauung oder zu große Beutetiere sind ein Auslöser für das Auswürgen von Nahrung. Eine Verbesserung der Haltungsbedingungen den Bedürfnissen der jeweiligen Art angepasst ist hier der erste Schritt zur Problemlösung. Man sollte einem Exemplar, dass Futter ausgewürgt hat, erst nach frühestens 10 Tagen wieder ein kleines Futtertier anbieten. Sonst besteht die Gefahr, dass das Futter wieder ausgewürgt wird, was für den Organismus einer Schlange enorm belastend ist. Weitere Stressfaktoren, die u.a. zur Futterweigerung oder Auswürgen von Nahrung führen, ist ein ungünstiger Aufstellort des Terrariums in einer unruhigen Umgebung oder in der Nähe von Lautsprechern, die das Terrarium zum vibrieren bringen.
 
Liegt eine bakterielle Infektion vor, so muss man in der Regel zu Antibiotika greifen. Am besten ist es, wenn man gleichzeitig einen Resistenztest durchführt, um festzustellen, gegen welches Antibiotikum die Erreger empfindlich sind. Leider ist das nicht immer möglich, da vor allem bei kleinen Schlangen Eile geboten ist, denn eine solche Infektion kann schnell zum Tode führen. Bei einem Befall mit Darmparasiten sollte man zunächst eine entsprechende Wurmkur durchführen.
 
Bestimmte Beutetiere können ebenfalls zum Erbrechen führen. Thamnophis-Arten sollten z.B. nicht zu häufig mit Regenwürmern gefüttert werden, da diese schwer verdaulich sind und zum Teil nicht immer gut vertragen werden, vor allem, wenn man nicht weiß, was die Regenwürmer selber vorher gefressen haben. Stammen die Regenwürmer zum Beispiel aus Erde, die gedüngt war, oder aus Komposthaufen, so kann es passieren, das die Schlangen diese wieder auswürgen, oder im schlimmsten Fall an Vergiftungserscheinungen leiden. Man sollte dieses Futter also nur anbieten, wenn man sicher ist, dass die Würmer aus unbelasteten Gebieten stammen.
 
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