Lampropeltis getula nigrita

Vorkommen

Westliches Sonora und äußerster Nordwesten von Sinaloa, Mexiko.

 

Verhalten 
 
L.g.nigrita ist ein neugieriges, agiles Tier das auch für Anfänger sehr gut geeignet ist. Als hauptsächlich bodenbewohnende Schlange, klettert Sie nicht all zu viel, dafür macht es ihr viel Spaß zu graben. Das Verhalten hängt aber natürlich auch immer vom jeweiligen Charakter des Tieres ab.
Als Jungtiere eventuell noch aggressiv und nervös, wird die Schwarze Mexiko-Königsnatter mit der Zeit sehr ruhig und "zutraulich". Es kann allerdings bis zu einem Jahr dauern bis sich ein Jungtier an den Pfleger gewöhnt hat. In dieser Zeit wird bei Berührung ein übel riechendes Sekret aus der Kloake abgesondert was aber mit der Zeit nachlässt und schließlich ganz aufhört.
Bissunfälle sind sehr selten und meist auf einen Fehler des Pflegers zurückzuführen. L.g.nigrita ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, ab und zu kann man Sie aber auch am Tage beim Sonnenbaden erwischen. Schwarze Mexiko-Königsnattern sind sehr unkomplizierte und gierige Fresser, lediglich in der Paarungszeit machen Männchen eine Fresspause, Weibchen während der Trächtigkeit.
Akzeptiert wird lebendes wie auch totes Futter: Mäuse, Ratten etc. in der passenden Größe. Lediglich mit Wüstenrennmäusen habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Vorsicht!!! Lampropelten sind ophiophag, das heißt Schlangen gehören zum natürlichen Nahrungsspektrum.
 
 
Haltung 
 
Da diese Art hauptsächlich in den Trockensavannen Mexikos lebt, wird Sie in einem Trockenterrarium gehalten. Als Bodengrund kann man Bucheneinstreu, Reptibark etc. verwenden. Ich bevorzuge Sand als Bodengrund, man sollte nur aufpassen, dass es sich nicht um scharfkantigen Quarzsand handelt, da sich sonst die Bauchschuppen der Schlange entzünden könnten (ich persönlich habe noch nie Probleme in der Richtung gehabt).
Die Größe des Terrariums richtet sich wie immer nach der Größe der Schlange: 1x0.5x0.5 (Länge x Tiefe x Höhe) entsprechend der Länge der Schlange sollte man als Mindestmaß ansehen. Aber natürlich gilt, je größer desto besser…
Einzelhaltung ist zu bevorzugen, da diese Art sehr kannibalistisch ist. Sollte man sich jedoch zur Gruppenhaltung entschließen, muss auf jedem Fall getrennt gefüttert und einige Zeit gewartet werden bevor man sie wieder ins Terrarium setzt! Eine Vergesellschaftung mit anderen Schlangenarten ist nicht möglich, da andere Schlangen als Nahrung angesehen werden.
Tagsüber sollte im Terrarium ein Temperaturgefälle von ca. 24°-28°C vorliegen, Nachts ca. 20°-24°C. Ein Sonnenplatz mit bis zu 35°C am Tage sollte auch angeboten werden. Die Luftfeuchtigkeit spielt eine untergeordnete Rolle, man hält sie bei 40-60%, nur in der Häutungsphase kann/sollte sie bis zu 80% ansteigen.
Bei der Dauer der Beleuchtung richte ich mich nach den Jahreszeiten.
Da diese Schlangenart hauptsächlich bodenbewohnend ist, reichen als Einrichtungsgegenstände wenige Klettermöglichkeiten, einige Versteckmöglichkeiten in verschiedenen Temperaturzonen und eine Wasserschale welche groß genug sein sollte, dass die Schlange auch mal darin baden kann (auch wenn Sie dies nur selten tut).
 
 
Winterruhe 
 
Eine Winterruhe ist nicht zwingend notwendig, aber zu empfehlen. Allerdings sollten nur gesunde Tiere überwintert werden! Von November bis März (etwa 8 Wochen) werden die Tiere bei ca. 10-12°C überwintert, das heißt Ende Oktober wird die Fütterung eingestellt. Anfang November wird die Temperatur schrittweise abgesenkt und die Beleuchtungsdauer verkürzt bis schließlich 10-12°C erreicht sind und das Licht aus bleibt. Dies darf jedoch nicht zu schnell geschehen (ca. 2 Wochen) da die Schlange vor der Winterruhe ihren Magen und Darm komplett entleeren muss! Natürlich werden mehrere Tiere getrennt überwintert, in kleinen Terrarien, Fauna-Boxen etc. 
Als Einrichtung dient ein Versteck und eine Wasserschale. Das Trinkwasser ist weiterhin regelmäßig zu erneuern. Im Februar steigen die Temperatur und Beleuchtungsdauer langsam wieder an bis die üblichen Parameter erreicht sind. Dann kann wieder mit der Fütterung begonnen werden.
 
  
Zucht 
 
Die Schwarze Mexiko-Königsnatter wird mit ca. 4Jahren geschlechtsreif, allerdings ist eine erfolgreiche Zucht nur mit überwinterten Tieren gewährleistet da in den kühlen Wintermonaten die Geschlechtszellen heranreifen.
Haben die Tiere die Winterruhe gut überstanden, sollten die Männchen auf „Diät“ gesetzt werden während die Weibchen üppig gefüttert werden. Das Männchen soll schließlich nicht faul und träge werden und das Weibchen braucht alle Reserven für die Strapazen der Schwangerschaft und Eiablage. Nach der ersten Häutung füttert man beide nochmal üppig (Kannibalismus) und nach der Kotabgabe kann man beide in ein Terrarium setzten.
Die Kopulation dauert einige Minuten bis zu mehreren Stunden. Es kommt meist zu mehreren Paarungen in dem Verlauf der folgenden Tage.
Während der Paarung sollte man öfters mal nachschauen um eventuelle Fress-Unfälle verhindern zu können.
War die Paarung erfolgreich legt das Weibchen ca. 30 bis 40 Tage später ihr Gelege ab. Dieses umfaßt durchschnittlich 5 bis 10 Eier. Zu diesem Zweck kann man der werdenden Mutter eine Lege-Box zur Verfügung stellen. Diese sollte abgedunkelt sein damit sie sich darin auch sicher fühlt. In der Box sollten ca. 28°C herrschen und sie wird mit einem feuchten Substrat gefüllt, z.B. Vermicullit oder Sphagnummoos.
Nach der Ei-Ablage werden diese bei 25°C bis 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von nahezu 100% inkubiert. Die durchschnittliche Inkubationszeit bei etwa 28°C beträgt ca. 60 bis 70 Tage. Als Brutsubstrat eignet sich Vermiculit, Sphagnummoos oder auch Schaumstoff.
Selbstverständlich werden die frisch geschlüpften Schlangenbabys einzeln gehalten, denn gerade Jungtiere haben ihre Geschwister zum Fressen gern.